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Uhrenbeweger > Erfahrungsbericht
Erfahrungsbericht "Internet Uhrenbeweger"
Natürlich
erwarten Sie, wenn Sie auf diese Seite gelangt sind, keinen neutralen
Testbericht über einen Uhrenbeweger, den der Autor nicht selber verkauf.
Aber wir wollen hier weniger ein Konkurrenzprodukt verdammen, als Ihnen
die Gründe näher bringen, warum wir ein solches Modell nicht im Programm
haben. Wir trauen uns das deswegen ganz ordentlich zu, weil wir selbst
ja seit mehr als 15 Jahren bewährte Uhrenbeweger bauen ... !
Und: die Hersteller und Importeure bieten uns als führendem Anbieter von
Uhrenbewegern in Deutschland beinahe täglich an, diese oder gleichartige
Geräte in unser Vertriebsprogramm aufzunehmen. Unsere Philosophie ist es
aber, das nur zu tun, wenn die angebotene Technik unseren Kriterien so
wie irgend möglich entspricht. Aber los geht's ... mit Klick auf die
Bilder können Sie größere Fotos in einem neuen Fenster aufrufen.
1. Verarbeitung und Ausführung des Gehäuses
Das Bild zeigt es: die Verarbeitung des Gehäuses macht einen guten
Eindruck, auch wenn man an einigen Details feststellen kann, dass hier
viel Handarbeit auf einfachem Niveau eingesetzt wird. Trotzdem, das
Gerät sieht edel und wertig aus.

Was uns aber fehlt, ist der (kleinste) Hinweis auf den Hersteller: kein
Typschild, kein Prüfzeichen wohin das Auge schaut. Nicht zwingend, aber
gerade bei Produkten aus Fernost doch ein Zeichen dafür, dass die
Produktion nicht in einem Hinterhof, sondern in "einer richtigen Firma"
statt findet.

2. Das Aufspannen der Uhren
Bei fast allen Uhrenbewegern dieser Kategorie werden 2 Uhren auf einem
Drehteller festgeklemmt, und zwar auf einem Kissen, das man mit einem
Reif auf Uhren mit längerem Armband anpassen kann.

Diese Konstruktion ist aus mehreren Gründen nur für kleine (< 38mm
Durchmesser) und leichte Uhren mit allenfalls normal langem Band
geeignet.
Auch mit dem Reif ist der Träger nicht für Uhren mit etwas längerem Band
geeignet. Das führt bei Metallbändern dazu, dass die Uhr im Betrieb
"herumschlackert", wie das nachstehende Bild gut zeigt.

Die Uhr wird mit Ihrem Kissen in eine Telleraufnahme gedrückt, die aus
zwei verklebten Tiefziehfolien besteht. Nicht nur die Optik, auch die
Materialstärke erinnert an eine Camembertschachtel. Wir wissen nicht,
wie lange hier das Kissen sicher gehalten wird, werden das aber testen,
und das Ergebnis nachreichen.

Extreme Einschränkungen gibt es bei der Auswahl der beiden Uhren, die
man mit diesem Gerät auf dem Laufenden halten möchte: schon ab 40mm
Gehäusedurchmesser besteht Kratzergefahr, und zwei Uhren mit 42mm
Durchmesser kann man nicht gemeinsam betreiben!

3. Der Betrieb
Die Steuerung des Motors erfolgt über eine Steuerplatine, die über
Batterien oder einen Netzadapter versorgt wird. Sie ist auch für Geräte
mit mehr Tellern ausgelegt, deswegen findet man leere Buchsen. Etwas
merkwürdig wirken zwei abgeschnittene und zwei verbundene Kabel (siehe
Grossbild). Diese werden wohl "normalerweise" mit einem Schalter
verbunden, mit dem man auf Linkslauf, Rechtslauf, und Wechsellauf
umschalten kann. Das Gerät war aber fest auf Wechselrichtungslauf
eingestellt. Eine Variation der Umdrehungen pro Tag ist nicht möglich.

Man erkennt
hier übrigens ganz gut den recht einfachen Getriebemotor, der ...
abgesehen von einem Messingring ... ohne den Verschleiß hemmende Lager
auskommen muss.
Besitzer von Uhren mit einer Höhe von mehr als 14mm müssen das Gerät mit
offenem Deckel betreiben, weil sich sonst die Uhr an diesem festklemmt,
und der Teller stehen bleibt.

4. Aufziehen der Uhren
Das Gerät startet alle 2 1/2 Stunden eine Drehperiode von 30
Minuten. Der Teller dreht sich mit 6 U/min, was pro Tag eine
Umdrehungszahl von etwa 1.800 Umdrehungen ergibt. Dabei wechseln die
Drehrichtung, so dass die Uhren abwechselnd mit und gegen den
Uhrzeigersinn aufgezogen werden.
Für einseitig aufziehende Werke ergibt sich eine Zahl von 900
Umdrehungen pro Tag, ein praxisgerechter Wert. Allerdings bekommen
beidseitig aufziehende Kaliber eine doppelte Portion, was für Einige von
Ihnen nicht positiv, wenn nicht sogar schädlich ist. Ein frühzeitiger
Verschleiß von Federhaus und -zaum kann die Folge sein!
5. Fazit
Die (teilweise gravierenden) technischen Nachteile dieser Konstruktion
können nach unserer Meinung nicht vom relativ günstigen Preis und der
schönen Ausführung kompensiert werden. Für die Besitzer großer, schwerer
Uhren und von Uhren mit empfindlichem doppelseitigem Aufzug sind Geräte
dieser Art nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Für die Lebensdauer
stellen wir eine pessimistische Prognose, die wir aber noch durch einen
Dauertest untermauern werden. |

Hier berühren sich auch "normal große" Uhren ganz
bestimmt


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